Carnevale di Bosa

Bosa_Fasching_2013_smallBereits mit den Heiligenfest des San Antonio und dem San Antonio Feuer unterhalb der Ponte Vecchio in der zweiten Januarwoche, bei dem man traditionell dreimal links herum und dreimal rechts herum um das Feuer läuft, damit sämtliche Magenbeschwerden verschwinden, wird die hiesige Faschingssaison eingeleitet. Doch der richtige Spaß beginnt Anfang Februar mit dem ersten traditionellen Faschingsumzug, bei dem Groß und Klein sich traditionell sardisch kleiden und die Jacken verkehrtherum drehen. Man zieht über den Corso Vittorio Emanuele mit viel Gesang und Töpfe-Geklapper. In der zweiten Februarwoche ist es dann soweit, der alljährliche Carnevale di Bosa zieht mit seinen Faschingsgesellschaften und Kindergärten sowie Grundschulen mit seinen ideenreichen Kostümen durch das Stadtzentrum. Karussells und Buden auf der Piazza Monumento mit viel Musik und guter Laune begleiten die Veranstaltung laut und fröhlich. Natürlich darf hier und da ein Schluck Wein aus der mitgebrachten Flasche mit vielen kleinen Plastikbechern zum Verteilen an Freunde und Bekannte nicht fehlen. Die Bosaner sind die Folgetage in äußerst guter Feierlaune und in allen Straßen wird lauthals sardisch gesungen und gefeiert. Alt und Jung trifft sich in den Cantine der Sa Costa, hier wird sich bis in die frühen Morgenstunden gesellig vergnügt.

Nach dem großen Umzug sorgen dann die traditionell sardischen Masken, auch Mammutones genannt, für Aufsehen und Stimmung. Die mit Kuhfellen, Stierhörnern und schwarzen maskulinen Masken verkleideten Männer erschrecken lauthals jeden Winkel der Stadt und vertreiben so die „bösen“ Geister des Winters. Während man sich auf den zweiten Faschingsumzug vorbereitet, wird die Wartezeit mit Wein und typisch sardischen Gerichten in den Cantinas verkürzt, wer dieser Tage ernsthaft seine Nachtruhe vor 3 Uhr morgens sucht, sucht vergebens.

Bosa_Fasching_smallAm Rosenmontag ziehen die zahlreichen Faschingsgesellschaften erneut durch die Straßen des Stadtzentrums und Eltern bewundern ihre Kinder als Burgfräuleins, Schlümpfe oder Inder. Am Morgen des Faschingsdienstags findet im Corso Vittorio Emanuele das berühmte Schauspiel S’Attitidu e Giolzi statt. Hier wird sich von 10:00 – 19:00 Uhr schwarz gekleidet in der typischen Maskerade der S’Attitidu, der alten Frau die jammernd die Milch – das Symbol für Fruchtbarkeit – sucht, um ihr Kind, das hier als Symbol für die Seele des Carnevale steht, am Leben zu erhalten.

Doch der Carnevale geht dem Ende zu, er ’stirbt‘. Daraufhin darf ab 19:00 Uhr niemand mehr in Schwarz gekleidet durch die Stadt ziehen, denn jetzt wird der Corso von weiß gekleideten Giolzi bevölkert, die mit Licht und Feuer scherzhaft den Passanten zwischen die Beine leuchten, um den Carnevale wieder zum Leben zu erwecken. Ein bizarres Schauspiel, was auf jeden Fall für Stimmung sorgt, die dann auf dem Fest auf der Piazza Monumento ihren Höhepunkt mit Livemusik und Tanz findet.

Doch damit nicht genug, der Fasching in Bosa dauert an, für alle Kinder gibt es auf der großen Piazza Monumento ein spektakuläres „Pentolaggia“- Spiel, eine Art Topfschlagen mit viel Bonbons und Konfetti, bei dem an einer Schnur zwischen zwei Palmen aufgehängte Papiersäcke ‚zerschlagen‘ werden, bis der Inhalt über die Piazza fliegt und weht von neugierigen Kinderhänden aufgesammelt wird. Den Schaulustigen fliegen dabei die Konfetti in Haare und Ausschnitte und krabbeln noch Stunden später auf dem Bauch. Spaß ist garantiert und das Ende des Faschings mit der Verleihung der Preise für die besten Kostüme des Faschingsumzugs auch.

Schön war’s, wir sehen uns zum nächsten Carnevale di Bosa!

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