Winter in Bosa – Urlaub für die Natur

Wenn im Norden Europas Schnee und Kälte die Landschaft weiß und kristallklar zeichnen, erholt sich die sardische Natur vom zehrenden, trockenen Sommer. Es ist Winter in Bosa – Regenzeit.

Olivenhain_bei_Bosa_smallDie Felder und Landstriche um Bosa verwandeln sich regelrecht in asiatische Reisfelder. Der lehmige Boden und die Flut von Regengüssen erschweren das Absickern der Wassermassen. Die Natur atmet während dieser Zeit dankbar auf und antwortet mit einem satten Grün auf die überschwänglichen Regenmassen. An sonnigen Tagen mit angenehmen 12 Grad Celsius lässt sich der sardische Winter  in Bosa gut ertragen. Zur Überbrückung der Regentage verwöhnt man sich hier mit heiß gerösteten Kastanien, „Maroni“, und lässt sich die typisch sardischen Weihnachtsgebäcke schmecken. Von Oktober bis März regnet es jetzt regelmäßig und vor allem heftig.

Winter in Bosa – Zeit für frische Orangen!

Saftige_orangenDie engen Straßen von Sa Costa verwandeln sich in kleine Rinnsale und spülen selbst die kleinste Ritze der mit faustgroßen Steinen gepflasterten Straßen sauber. Manche Nächte glaubt man der Regen wolle sich mit Gewalt Eintritt ins Haus verschaffen. Die riesigen Tropfen prasseln mit knallendem Geräusch auf Dächer und Fenster. Im Garten reifen jetzt Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen und Zitronen. Im Tal von Bosa reifen die verschiedensten Sorten, Vanilleorangen, Mandaranci (Mandarinorange), Blutorangen …

Olivenbäume befreien sich von der schweren Last der reifen Früchte. Wer jetzt noch keine Erntenetze unter den Bäumen ausgelegt hat, sollte sich beim Sammeln beeilen. Erntezeit für Öloliven ist von Ende Oktober bis in den späten November hinein. Danach kann man jederzeit ein paar Hände voll wilder Oliven (Olivastro) pflücken und in Salzlake einlegen. Nach drei Monaten sind sie genießbar. Zum würzen von Soßen sind sie ideal.

Wem der Schnee zur Weihnachtsstimmung fehlt, der kann ins Gennargentu-Gebirge an der Ostküste fahren. Mit knapp 1800 Metern ragt die Bergkette als höchster Punkt Sardiniens inmitten der Insel empor. Hier gibt es zwei Orte, die als Skigebiete jedem Wintersportler Freude bringen. Von Macomer sieht man die weißen Bergspitzen aus der Ferne und fühlt sich dabei an das bekannte Alpenpanorama erinnert. Für einen Moment vergisst man das mediterane Flair der Insel.

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